MULTI

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FAQ


ÜBER MULTI:
MULTI ist das weltweit erste seillose Aufzugssystem, das das Potenzial hat, die Architektur von Gebäuden und Städten grundlegend zu verändern. Die Linearmotortechnologie, die komplett auf Seile verzichtet, ermöglicht ein revolutionäres Design von Schächten, in denen Transportkabinen vertikal und horizontal fahren können. Statt einer Kabine pro Schacht zirkulieren mehrere Kabinen gleichzeitig in einem Schachtsystem – ganz wie eine gebäudeeigene U-Bahn. Weil in kurzen Abständen ständig freie Kabinen vorfahren, entfallen längere Wartezeiten für die Nutzer und es steigt die Transportkapazität. Egal ob Gebäudehöhe oder -form: MULTI befreit Architekten von fast allen Planungsbeschränkungen, die bisher bei konventionellen Seilaufzügen gegeben waren. Weil auch die Schächte schmaler sind, setzt MULTI kostbaren, nutzbaren Platz und Wohnraum innerhalb der Gebäude frei, was ihn insbesondere für Immobilienentwickler und Investoren zu einer attraktiven Alternative macht. Der erste MULTI fährt 2021 in Berlin.
Vereinfacht gesagt: Gebäude werden immer höher, breiter und komplexer. Traditionelle Aufzüge können da nicht mehr mithalten. Im Gegenteil, sie beschränken Planer und Architekten, die höher hinaus wollen.

Die Urbanisierung tut ihr Übriges: Weltweilt braucht es höhere Gebäude als bislang, um das ungebrochene Wachstum der Metropolen dieser Welt aufzufangen. Bei 400-500 Metern Gebäudehöhe kommen Seilaufzüge allerdings an ihre Grenze – wer höher bauen will, muss die Nutzer ziemlich unelegant in dieser Höhe umsteigen lassen in einen weiteren Aufzug in einem anderen Schacht.

Dritter Aspekt: Ein einziger, langer Schacht für nur eine Kabine – das ist, ganz besonders in Metropolen, Platzverschwendung, ganz so, als würde man auf einer Bahnstrecke zwischen zwei Städten nur einen einzigen Zug pendeln lassen statt einer flexiblen Anzahl von Zügen zweigleisig in einem fortwährenden Loop. In sehr hohen Gebäuden führt diese konventionelle Schachtsituation dazu, dass bis zu 50 Prozent der Grundfläche einer jeden Etage von Aufzügen, Fahrteppen und der dazugehörigen Technik blockiert werden.

MULTI ist in dieser Hinsicht bahnbrechend. Weil MULTI sich auch seitwärts bewegen kann, sind Architekten nicht mehr auf die vertikale Ausrichtung der Aufzugschächte beschränkt. So können innovative Ideen realisiert werden, die bisher unmöglich waren
Der beste Vergleich ist der mit einem Bahn-Netz. Für Fernzüge macht es keinen Sinn, an jedem kleinen Haltepunkt zu stoppen – sie sind nur effizient, wenn sie allein an größeren Bahnhöfen halten. Dort steigen die Passagiere auf Busse um, die sie ans individuelle Ziel bringen. Ähnlich verhält es sich mit MULTI, der verschiedene Technologien kombiniert. Er dient dabei als Shuttle auf den Hauptstrecken zwischen Orten mit größerer Distanz. Kurze Anschlussverbindungen legen die Passagiere wie gewohnt mit Seil-Aufzügen zurück. Daher rechnen wir mit Umsteigestationen zwischen MULTI und Seilaufzügen alle 50 bis 100 Meter.
Der Hauptunterschied ist, dass MULTI mehrere Kabinen in einem einzigen Schacht sowohl vertikal als auch horizontal bewegen kann. Es ist außerdem der weltweit erste seillose Aufzug. Die Linearmotor-Technologie, die beim MULTI zum Einsatz kommt, ist bereits erfolgreich in Magnetschwebebahnen im Ausland und an Flughäfen in unseren Laufband-System ACCEL verbaut. Diese Technologie erlaubt es uns, nur die Abschnitte zu aktivieren, in denen sich eine Kabine befindet. Der aktive Part ist die Schacht-Innenseite, der passive Part auf Kabinenseite. So wird nur dann Energie verbraucht, wenn die Kabinen beschleunigen, sich bewegen oder abbremsen.

MULTI spart durch den Einsatz mehrerer Kabinen pro Schacht eine Menge Platz und erhöht die Transport-Kapazität um 50 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Aufzugtechnologien. Heißt: Die gleiche Anzahl an Menschen kann mit nur der Hälfte an Aufzugschächten transportiert werden. Das sind gute Nachrichten für Architekten – und für all diejenigen, die tagtäglich Aufzüge benutzen.
Der größte Vorteil ist, dass durch die erhöhten Kapazitäten alle 15–30 Sekunden eine Aufzugskabine bereit steht. Wie hilfreich das in Großstädten ist, zeigt eine Studie der Columbia University. Demnach haben alle New Yorker Büroangestellten im Jahr 2010 zusammengerechnet 16,6 Jahre damit verbracht, auf einen Aufzug zu warten - sind aber nur 5,9 Jahre im Aufzug gefahren. Wer Nutzern Zeit sparen will, muss also – wie mit MULTI – diese Wartezeiten deutlich verkürzen und nicht nur seine Aufzüge schneller machen.

Manchmal ist der Einsatz von MULTI in Kombination mit traditionellen Aufzügen am effektivsten; zum Beispiel dann, wenn eine MULTI-Kabine nicht in jedem Stockwerk hält. Die Idee ist, das Ziel schon vorm Einsteigen festzulegen. Wenn man aus dem MULTI aussteigt, steht schon die Anschluss-Kabine bereit. Möchte man aber beispielsweise mit wenigen Stopps bis ins oberste Stockwerk eines Wolkenkratzers fahren, würde MULTI allein zum Einsatz kommen.

Um die Fortbewegung in hohen Gebäuden angenehmer zu gestalten, planen wir Kabinen für maximal acht Passagiere. So verhindern wir Gedränge beim Ein- und Aussteigen.
Im Hinblick auf die Energieeffizienz ähnelt MULTI einem Paternoster: Die zurückgewonnene Energie der herunterfahrenden Kabinen wird sofort den hinauffahrenden zugeführt. Das Energie-Management von MULTI wird intelligente Stromnetze in Gebäuden unterstützen.
FORSCHUNG, ENTWICKLUNG & KREATION:
Ungefähr fünf Jahre. In dieser Zeit haben wir die notwendigen Technologien innerhalb des thyssenkrupp-Konzerns (Linearantrieb, Leichtbauweise der Kabinen, neue Materialien, horizontale Kabinen-Bewegung und funktionale Sicherheitskonzepte) kombiniert, stetig verbessert und zu einem marktreifen System zusammengeführt. Heute können wir in unserem Testturm in Rottweil einen voll funktionsfähigen MULTI präsentieren.
Ja, in jeder Hinsicht. Drei Komponenten haben maßgeblich zum MULTI beigetragen:
  • thyssenkrupp Transrapid lieferte uns die Expertise im Bereich linearer Antriebs-Technologien.
  • Das thyssenkrupp TechCenter Carbon Composites ist maßgeblich am extrem leichten Design der Kabinen beteiligt - mit neuen Materialien wie CFRP.
  • thyssenkrupp Elevator verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung mit TWIN und der Kernkompetenz, funktionale Sicherheitselemente in Aufzügen umzusetzen.
Am meisten haben wir an der Frage getüftelt, wie wir den Linearantrieb für den vertikalen Transport optimieren könnten – und exzellent funktionieren soll er obendrein.

Hierfür haben wir erfolgreich ein Führungsschienensystem entwickelt, das sehr präzise ist, sich aber doch auch den unvermeidbaren Schwingungen hoher Gebäude anpassen kann.

Und natürlich mussten wir eine Weiche entwickeln, über die die Kabinen von der Vertikalen ins Horizontale drehen – also eine völlig neue Komponente. Wir Ingenieure nennen sie „Exchanger“.
SICHERHEIT:
Extrem sicher! Keine Seile zu haben mag zwar auf den ersten Blick gefährlich wirken, aber das ist überhaupt nicht der Fall. Die Linearmotoren sind unbedenklich, weil sie nur dann mit Energie versorgt werden, wenn sie sich bewegen. Heißt: Ohne Energie, etwa bei Stromausfall, steuern sie mit Restenergie und Batterien den nächstgelegenen Zwischenhalt an und verbleiben dort. Sie stürzen nicht ab, falls der Strom ausfällt – ebenso wenig wie ein konventioneller Aufzug.

Zusätzlich kommt ein mehrstufiges Brems-System zum Einsatz, welches es den Kabinen unmöglich macht, sich unkontrolliert zu bewegen. Wir erfüllen die sehr strikten Auflagen des funktionalen Sicherheitsmanagements und kooperieren mit den renommiertesten Zertifizierungsinstituten.

Ein übergeordnetes Sicherheitskontrollsystem hat die neuen Aufzüge für absolut sicher befunden; nicht nur in Bezug auf die Mechanik, sondern auch im Hinblick auf Datenübertragung und das Energiemanagement der Kabinen.
MULTI ist so konzipiert, dass ein einzelner Defekt nicht direkt das ganze System lahmlegt. Zusätzlich besteht die Option, eine weitere Innovation von thyssenkrupp Elevator einzusetzen: MAX, unser System zur vorausschauenden Wartung. MAX sammelt alle möglichen Aufzugsfunktionsdaten, speichert sie in der Cloud und lässt uns wissen, wenn Muster auftreten, die einen baldigen Defekt ankündigen. So können unsere Techniker Teile proaktiv austauschen – bevor sie überhaupt kaputt gehen. Die Wartungsarbeiten terminieren wir außerhalb der Stoßzeiten, sodass niemandem Wartezeiten entstehen. Selbst ein automatischer Service ist möglich!

Wenn Passagiere eine Kabine schnell verlassen müssen, dienen die Umstiegsebenen von MULTI als Evakuierungszonen. Ist eine Kabine in Bewegung, bleibt sie nicht stehen, ehe sie die nächste Umstiegsebene erreicht hat.

Im extrem unwahrscheinlichen Fall, dass eine Kabine stecken bleibt, greifen wir auf dieselben Mittel zurück wie auch bei herkömmlichen Aufzügen: Wir holen die Passagiere über einen Seitenausgang hinüber in eine Rettungskabine. MULTI verfügt außerdem über Servicekabinen, die defekte Kabinen bei Bedarf gleich abschleppen könnten.

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